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Die Äbte von Reinfeld

1. Hartmann (1z1189)
1189-1197
Erwähnt in einer Urkunde vom 3.Febr.1197.
"Hartmannus abbas de reinevelde" (Schlesw.-Holst. L. Regesten und Urkunden, 202)w
"abbassanctae mariae in rinevelde" (Reg.u.Urk.203)w

2. Rotmarus (2z1198, Rotmar)
1197-1200 (vgl. Hansen)w
Er ist noch 1201, 11.Juli, urkundlich bezeugt. (vgl. Leverkus I.28)w

3. Hedwicus (3z1208, Hedwic)
1208.
Hedwicus abbas de Reinevelde, Hugo prior exynde cenobii. (Reg.u.Urk.265)w

4. Thethardus (Detardus) (4z1215, Dethard)
1214 (Reg.u.Urk.297)w
1216 (Reg.u.Urk.327)w

5. Herebordus (I) (5z1225, Herbord I)
1214 nach Hansen schon im Amt.
1220 (ib.362)w
1221 (Urk.-Buch d.Bist.Lübeck S.44)w. Gründung der Pfarrkirche in Zarpen.
1232 (ib.504)w

Johannes
Nach Hansen der 7.Abt von Reinfeld
1235 im Amt als Graf Adolph das Kloster Reinfeld durch den Bischof von Lübeck stattlich einweihen läßt ? (Hansen)

6. Nikolaus
1237 erw. in einer Schenkungsurkunde des Wendenherzogs Wartislavs (Reg.u.Urk.558)w

7. Bernhard (6z1240)
1240 Abt und Konvent verzichten auf alle aus der Kriegszeit stammenden Ersatzansprüche an die Stadt Lübeck. (Reg.u.Urk. 597)w. Umzeichnung des Siegels bei Wolters.

8. Sifridus (Siegfried) (7z1250)
1243 nach Hansen schon im Amt.
1250
abbas in Reynefelt (Reg.u.Urk.745)w
1253 (L.U.I 193)w

Richardus (8z1260, Richard)
1258 Erwähnung eines R, möglicherweise der 1248 und 1252 erwähnte Prior Richard.

9. Hinricus (Heinrich I) (9z1268)
1264 Johannes, Graf zu Holstein, wird in der Klosterkirche begraben. (nach Hansen)w
1266 Erwerb von "Klein Reinfeld" , auch 1269.
1270 und 1274 erwähnt. (L.U. 329)w
Umzeichnung des Siegels von 1270 bei Wolters.

10. Adamus
1272 und 1276 nach Hansen erwähnt.
(Anderswo als Mönch bezeichnet, Vgl. "Reihenfolge der Äbte des vormaligen Klosters Reinfeld" von Mooyer im - Jahrbuch für Landeskunde I 86 f - )w

11. Hermann I (10z1284)
1283 und 1284 (Staatsb. Mag. 1829 S.37)w

12. Bertholdus (11z1287, Bertold)
1287 und 1288 (L.U. 513)w

? . Heinrich (12z1293, Heinrich II)
? . Ludolph (13z1294)

13. Johannes (14z1305, Johannes I)
1301 (L.U. II 222)w
1311 (L.U. II 238)w
Umzeichnung eines Siegels von 1299 bei Wolters.

Richardus
1305 (Reg. und Urk. III 97)w

Hartwich I

Hermannus (15z1325, Hermann II)
1319 (St.U. 473)w

14. Heinricus II (17z1345, Heinrich III)
1320 (Reg.u.Urk. 406)w
1339 neben Herbordus als
quondam abbas aufgeführt (ib. 1028)w
1340 nach Mooyer vermutlich zu Gunsten von Henricus (Herbordus?) abgedankt.
1345 noch genannt (S.H.U. II. S. 573)w
1353 vermutliches Todesjahr nach Mooyer.

15. Herbordus II (16z1336)
1334 und 1335 (Reg.u.Urk. 889)w
1345 (vgl. Hansen)w

16. Cunradus (mit dem Zunahmen Wulf)
1347 (vgl. Hansen)w
Zu seiner Zeit kam das Dorf Bünstorp an das Kloster.

17. Eccardus v.Wensyn (Eggert, Eghardus, Echart; Holsteinischer Adel) (18z1358, Eckhard)
1351 bis 1363 (Reg. 1113)w
1358 wird von dem Bischof zu Lübeck Bertramus das
jus patronatus über die Kirche zu Klein-Wesenberg dem Kloster übergeben. (vgl. Hansen)w

18. (Name nicht bekannt ?)w

19. Hartwig v.Reventlow (19z1372)
1367 (Reg. 2344)w
1375 Aus Anlaß des Besuchs Kaiser Karl's IV. in Lübeck erwirkte er einen kaiserlichen Befehl an die Stadt Lübeck, dem Kloster ihren besonderen Schutz angedeihen zu lassen (vgl. Hansen)w
1380 Sterbejahr nach Mooyer (vgl. Mooyer)w
Heinrich Rantzau rühmt in
descriptione chersonesi cimbricae dieses Abtes allgemeine Beliebtheit, Frömmigkeit und Einsatz für das Kloster.
Grabstein außen an der Kirche: 1380 (256 x 137),
mit Kielbogenbaldachin und Evangelistensymbolen.

20. Nicolaus I (20z1385)
1380 und 1386 (Reg. 2365)w
1384 wird von Graf Adolph dem Kloster ein besonderes Privileg für die Versorgung über die Trave gewährt. (vgl. Hansen)w

21. Thiedericus (Dietrich I.) (21z1415, Diderich I)
1390 und 1401 schon erwähnt. w
1404 und 1418 (vgl. Hansen)w
In einigen Besitzstreitigkeiten verwickelt.

22. Bertramus (24z1422)
1419 und 1422 (Reg. 2116)w

23. Nicolaus II (22z1409)
1422 gestorben, Grabstein mit Inschrift von Hansen zitiert:
"Anno domini 1422 die mensis May obiit dominus Nicolaus"

? . Diderich II (23z1415)

24. Johannes II
1422 und 1426 (Hansen)w
1425 schlichtete Hzg. Heinrich zu Schleswig, Gf.v.Holstein, einen Streit zwischen dem Abt und dem Kirchspiel Zarpen, indem er bestimmte, das ohne Vorwissen des Abtes kein Holz gehauen oder verkauft werden sollte. (Hansen)w

25. Hinricus (25z1431, Heinrich IV)
1428 und 1431 (Reg. 2547)w
1431 erhält dieser Abt durch die Brüder Adolph und Gerhard, Hzg.v.Schleswig, Gf.v.Holstein, die Begünstigung "den Grund zu bestauen, darauf der Heerweg durchgeht zwischen Rotterdamsbek und Stubbendorf" (Hansen)w

26. Friedrich (26z1440)
1432-1460 (Reg. 1984, 87)w
Verfasser des
Speculatum abbatis in Reynevelde (Abtsspiegel).
Zu dieser Zeit besteht der Konvent des Klosters aus 52 Priestern und 8 conversi.
Erhält von Papst Johannes XXIII den Auftrag, dessen Bann über die Bewohner des Landes Wursten zur Execution zu bringen, diese hatten sich des Strandraubes schuldig gemacht und weigerten sich diese Freveltat zu sühnen. Abt Friedrich verfasste zu diesem zweck mehrere Bannbriefe, die er aus seiner Residenz zu "Klein-Reinfeld" in Lübeck, welche er
curia nostra und aula nova nennt, aussandte. (vgl. Hansen)w
Umzeichnung eines Siegels von 1433 bei Wolters.

27. Johannes III v.Petershagen
1460-1482
1461 bestätigt der neue Landesherr, der dänische König Christian als Herzog von Schleswig und Graf von Holstein dem Kloster seine Privilegien.
1472 erhebt König Christian bei dem Kloster eine Anleihe von 200 Mark Lübsch. w
1473 verwandelt er das bisher im Abteigebiet herrschende Lübsche Recht in das Sachsenrecht (Zarpens verlust der Stadtrechte?)
1474 besucht König Christian das Kloster auf seiner Rückreise von Rom. w
Die Grafschaft Holstein wird zum Herzogtum erhoben.
1480 wurde der Abt Johannes von dem seiner Inspektion unterstelltem Nonnenkloster Harvestehude aufgefordert, die Reform des dortigen Klosters, die sehr nötig geworden war und die widerrechtlich von dem Erzstift Bremen betrieben wurde, selbst vorzunehmen, was er aber wohl bald aufgab.
1481 Mandat der Königin-Witwe Dorothea "wider die ungehorsamen Untertanen des Klosters zum Reinfeld" möglicherweise wegen Holzfrevel. (vgl.Hansen)w

28. Hildebrandus (27z1465, Hildebrand)
1457-1470 c
1456 und 1564 in Urkunden erwähnt, damals vielleicht Prior des Klosters (Reg. 1745)w
1483, am 6.Oktober in Reinfeld gestorben aber schon 1470? abgedankt. c
Umzeichnung eines Siegels von 1456/7 bei Wolters.
Inschrift des Grabsteins nach Clasen :
Anno domini MCCCCLXXIII (1483) sexto mensis octobris obiit reverendus pater dominus Hildebrandus abbas in Reynevelde. c
Grabstein in der Kirche: 1483, (218 x 125), mit Spitzdach und Evangelistensymbolen.
Abbildung bei Wolters, Seite 41 und Clasen, Seite 87.

29. Marquardus (29z1505, Marquard)
1483 oder 1484 vermutlicher Amtsantritt.
1487 Streitigkeiten mit der Pfarrgemeinde (Kirchort ist Zarpen) wegen der Ansprüche auf Holz- und Mastnutzung (des Waldes)w
1502 noch im Amt (Staatsbürg.Magazin VII 419)w
Hansen hat in der Kirche einenen Grabstein vorgefunden mit folgender Inschrift :
Dominus Marquardus XXIX abbas in Reynevelde, Ejus anima requiescat in pace. w
Clasen zitiert einen Grabstein mit folgender Inschrift :
Anno domini M.V. sexto. (1500 oder 1506?) u. idus. decembris obiit reverendus in Christo pater et dominus (Marquardus abbas in Reynevelde cuius) anima requiscat in pace. c
Grabstein in der Kirche: 1500 oder 1506?, (240 x 158),
mit dreiseitigem Maßwerkbaldachin und Evangelistensymbolen.

30. Johannes IV (28z1505, Johannes II)
1472 erwähnt in einem Verzeichnis im Staatsarchiv in Lübeck. (Zu dieser Zeit vielleicht Prior.)w
1491 im Amt (nach Hansen)w
1492 erwähnt in einem Verzeichnis im Staatsarchiv in Lübeck. w
1498 gestorben.
Inschrift des Grabsteines nach Clasen :
Anno domini MCCCCLXXXXVIII (1498) idibus novembris obiit dominus Johannes abbas in Reynevelde cuius anima requiescat in pace. orate pro eo. c
Grabstein in der Kirche: 1498?, (228 x 128), mit Spitzdach und Evangelistensymbolen.
Abbildung bei Wolters, Seite 41 und bei Zunk Seite 22.

31. Georgius (30z1507, Georg)
Unter seiner Amtszeit kommt die Hälfte des Dorfes Seefeld bei Oldesloe an das Kloster.
1508 gestorben ?
Inschrift des Grabsteines nach Hansen :
Anno domini VcVIII (1508) dominica palmarum obiit in domino pater (oder abbas, n.Clasen) dominus Georgius, abbas in Reynevelde. Orate pro eo. Prof.Haupt deutet die Abkürzungen der Inschrift auf den 1908 aufgefunden Grabstein wohl anders. w/c
Grabstein außen an der Kirche: 1508 (239 x 125),
mit Kielbogenbaldachin und Evangelistensymbolen.

32. Albertus (31z1510, Albert)
1512 gestorben ?
Inschrift eines nach Hansen in der Kirche vorhandenen Steines :
Anno domini MVcXII (1512) die Agathe virginis obiit reverendus dominus Albertus abbas in Reynevelde. Orate pro eo.

33. Theodoricus (Dietrich II) (32z1520, Theodor)
1517 wird das Kloster der Oberaufsicht des Bischofs von Schleswig unterstellt.
1526 Bestätigung der Kloster Privilegien durch König Friedrich. w
1526 gestorben.
Inschrift des Grabsteines nach Clasen :
Anno domini MVcXXVI (1526?) in vigilia Andreae apostoli obiit reverendus pater dominus Teodoricus 32. abbas in Reynevelde. orate pro eo.
Grabstein in der Kirche: 1526, (232 x 127), in Frührenaissance-Bogenrahmen
Abbildung bei Wolters, Seite 42.

34. Paulus (33z1537)
1531 Ankauf der Mühle zu Kirch-Wesenberg von Schack Rantzau durch das Kloster. w
1533 Bestätigung der Kloster Privilegien durch Herzog Christian. w
1534 Plünderung des Klosters während der "Grafenfehde" durch die Lübecker. (vgl.Hansen)w
1540 Erwähnung (Reg. 109)
1541 gestorben ? (Grabstein an der nördlichen Außenmauer des Beamtenstuhls an der Kirche?)w
Inschrift des Grabsteines nach Clasen :
Anno domini M.V.41 (1541) altera die trium regum obiit rev(erendus) pater Paulus 33. abbas in Reynevelde. orate pro eo. c
Grabstein außen an der Kirche: 1541, (207 x 128), in Frührenaissance-Bogenrahmen
Abbildung bei Wolters, Seite 42.

35. Otto (34z1550)
1560 gestorben. Eine gereimte Grabschrift, ihm zu Ehren, bei Hansen zitiert.

36. Joachim (genannt Smaljohann) (35z1562)
1560-1567
Verlust der auswärtigen Besitzungen in Pommern und Mecklenburg (Güter in den Vogteien Grevesmühlen und Schwerin an den Hzg.v.Mecklenburg) und des Anteils Salinen bei Lüneburg. w
Die Stadt Reval zieht die Besitzungen des Klosters in Livland ein. w
Die Oldenburgischen Güter bringt die Familie Rantzau unter den Namen einer Verpfändung an sich.
1561 wird eine klene Glocke (dm 70 cm) gegoßen mit der Umschrift:

"ano 1561 bi regeringe unde tiden des erwerdigen heren johacihm abbet des klosters reinfelt goet mi matthies benninck"
(Jetzt im Uhrturm) w
1565 bestätigt Kaiser Maximilian nocheinmal ausdrücklich die Klosterprivilegien. w

37. Eberhard Munstermann (36z1572)
1567-1576
Deutsche Übersetzung der Grabinschrift (vgl. Haupt, Bau- und Kunstdenkmäler II S.541) :
"Ja, er war es, die Zierde, die würdige Leuchte des Ordens,
Eberhard, den wir, den Abt, betteten hier in der Gruft.
Um zu verhindern den Raub an den Schätzen des göttlichen Tempels
Und an den heilgen Gebein, trug er die drückendste Last."
1576 noch im Kloster begraben. w

37.b. Breide Rantzau (Sohn von Heinrich Rantzau)
1573 erfolgloser Versuch Breide in einer erzwungenen Wahl als Abt durchzusetzen.
Aushändigung der Kleinodien und einiger Urkunden an Heinrich Rantzau.

38.Johannes Kule aus Krempe (37z1582, Johannes III)
1576-1582
1573 als Busarius des Klosters erwähnt. w
1576 als Abt gewählt.
1582 Auflösung des Klosters. Verzicht des Abtes am 10.April
1600 weilt in Hamburg. Auslieferung der Klosterurkunden.

Seit 1550 werden in Reinfeld Prediger überliefert.
Seit 1582 wird Reinfeld von Amtsmännern verwaltet.

1579 Heinrich Rantzau übermittelt seinem König, Friedrich II. von Dänemark, einen Grundriß des "alten Herrenhauses", daß als Unterkunft bei Jagten diente. (Jagdhaus, Herzogsgemach)
(Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt.65.1, Nr.186, Beilage)
1599 - 1604 Abbruch von Kreuzgang, Stall und Gefangenenturm um aus dem Material ein vierflügeliges Wasserschloß zu bauen (1776 abgebrochen).
Erhalten blieben zunächst Kirche, Herzogsgemach, Schreibkammer und Brauhaus.
1635 nach einem Dammbruch am Herrenteich werden die Fundamente der noch erhaltenen Klosterkirche unterspühlt, so das sie abgebrochen wird und mit dem Material auf dem Großen Eichberg im Sommer 1636 eine Notkirche errichtet wird.

Peter Hanssen : "Kurzgefaßte zuverläßige Nachricht von den Holsteinisch-Plönischen Landen", Plön 1759
Johannes Wolters : "Aus Reinfelds Vergangenheit", Eckernförde 1920 (= w)
M.Clasen : " Zwischen Lübeck und dem Limes ", Rendsburg 1952 (= c)
Stadt Reinfeld : "800 Jahre Reinfeld", Reinfeld 1986. (Beiträge von Eberhard Schwarz und Erich Katschke)
Klauspeter Reumann : "Das Kloster Reinfeld und die Grafen von Holstein", Husum 1988
Bodo Zunk : "Reinfeld im Wandel der Zeit", Reinfeld 1996 (= z)


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